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Start der Brennsaison in Baden

Die Brennsaison für Baden wurde bei Anneliese und Fridolin Baumgartner in Vogtsburg-Oberbergen von Fritz Keller eröffnet. Mit regionaler Vermarktung und geografischen Ursprungsbezeichnungen soll die Vermarktung vorangetrieben werden.

„In der engen Verbindung von Gastronomie, Tourismus und Natur gehört der Edelbrand dazu.
Bewahrt diesen einmaligen Schatz“, sagte der international agierende Winzer, Gastronom und SC Freiburg-Präsident Fritz Keller aus Oberbergen. Seine Gäste und Geschäftspartner würden die hohe Qualität aus Baden sehr schätzen. „Diese Wertigkeit muss beim Verbraucher ankommen, verkauft euch nicht unter Wert“, so sein leidenschaftlicher Appell. Er sei stolz darauf, die Brennsaison eröffnen zu dürfen.

Neue Herausforderungen:

Der Verbandsvorsitzende Ulrich Müller berichtete von dem Jahr 2017 mit verfrorenen Weintrauben und dem Jahr 2018 mit großer Trockenheit, was den Brennern Sorgen bereite. Und doch seien die Brenner und Winzer die Architekten einer schönen Kulturlandschaft, die es zu erhalten gelte. Das erste Jahr nach dem Branntweinmonopol verlange viel Engagement von den Brennern. Nicht jedem liege die Vermarktung seiner Produkte. Müller plädierte für eine regionale Vermarktung und Gründung eines Schutzverbandes für geografische Angaben zur Lage des Edelbrandes, ähnlich dem Terroir bei den Weinen. Hier bat er um Hilfe beim Landwirtschaftsministerium. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Reinhold Pix pflichtete ihm bei. Die Verbraucher bräuchten ein Bild zum Produkt. Er berichtete, dass in Karlsruhe eine Stelle eingerichtet werde, mit der Aufgabe, den Verbänden bei der geografischen Ursprungsbezeichnung zu helfen. Ulrich Müller ergänzte, dass Prämierungen wie „Baden Best Spirits“ ebenfalls dazu dienen können sich zu profilieren. Weiter sollten Betriebe auch auf Messen präsent sein. Er dankte den Landfrauen, vertreten durch Marianne Wangler, für ihre Aufklärungsarbeit zu den heimischen Produkten: „Ihr seid das Gesicht der Betriebe, wir sind froh, dass wir euch haben.“ Der Verband will erreichen, dass in Zukunft Stoffbesitzer gemeinsam einschlagen dürften. So könne man eine bessere Qualität und Wirtschaftlichkeit erreichen. Weiter sollte geprüft werden, ob das Kontingent von 300 auf 500 Liter reinen Alkohol pro Jahr erhöht werden könne.
 
Bürgermeister Benjamin Bohn hat den Eindruck, dass sich immer mehr jüngere Menschen für das Brennen interessieren. Das Veredeln von regionalen Produkten sei für viele spannend. Abteilungspräsident Dieter Blaeß vom Regierungspräsidium berichtete, dass im kommenden Jahr 16 junge Brenner ihre Ausbildung zum Meister geschafft hätten. Eine gute Ausbildung sei der Garant für eine gute Qualität.
 
Kunden werden Botschafter:
 
„Der erste Brenntag am 2. Januar 1983 war mindestens genauso aufregend wie unser Hochzeitstag“, sagte Fridolin Baumgartner. Die ersten drei Jahre hatte er Trester gebrannt. Neben Kirschwasser noch immer sein Lieblingsbrand.
Nach und nach kaufte er Brennrechte hinzu und baute vor 30 Jahren Räume zu Ferienwohnungen aus. Diese sind neben der Brennerei und den Rebbergen die wichtigsten Einnahmequellen. Die Feriengäste wurden zu Kunden und Werbebotschaftern. Mit Fritz Keller hat Baumgartner einen echten Genießer als Kunden. Mit Fleiß, Zusammenhalt in der Familie und einer Leidenschaft für Brände kamen der Erfolg und prämierte neue Ideen wie etwa Wirblika, ein Wildrebenblütengeist.
Das Obst ist zum Teil selber erzeugt oder zugekauft. „Ich habe nie eingemaischtes Obst gekauft, sondern selbst geerntet“, sagt Baumgartner. Er sei auch schon viele Kilometer umsonst gefahren und habe Obst zurückgewiesen. Der Einsatz lohnt sich. „Deine Brände sind wirklich spitze“, lobte Fritz Keller.
 
 
 
Auszug aus der Kleinbrennereizeitschrift Nr. 12 Dez. 2018