Hungrige Hummeln beißen Löcher in Blätter

Von Joachim Czichos

Wenn die Insekten nicht genügend Blütenpollen finden, verursachen sie Blattschäden bei noch nicht blühenden Pflanzen, die daraufhin die Blütenbildung beschleunigen

Arbeiterin der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) beißt Löcher in ein Pflanzenblatt.

Arbeiterin der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) beißt Löcher in ein Pflanzenblatt.© Hannier Pulido, De Moraes and Mescher LaboratoriesZürich (Schweiz) –  Wenn Blüten bestäubende Insekten aufgrund milder Witterung vorzeitig ihre Winterruhe beenden, finden sie oft noch nicht genug Nahrung. Denn die Blütenbildung wird nicht von der Umgebungstemperatur, sondern durch die Tageslänge reguliert. In diesen und anderen Situationen des Nahrungsmangels zeigen Hummeln ein ungewöhnliches Verhalten: Sie beißen Löcher in Blätter noch nicht blühender Pflanzen. Darauf reagieren die Pflanzen, indem sie einige Wochen früher als sonst Blüten entwickeln, wie schweizerische Forscher in „Science“ berichten. Der noch unbekannte Mechanismus, der Pflanzen früher blühen lässt, könnte für den Gartenbau von großer Bedeutung sein.

„Unsere Ergebnisse erklären ein Verhaltensmerkmal von Hummeln, das die lokale Verfügbarkeit von Blüten als Nahrungsquellen beeinflussen kann“, schreiben die Wissenschaftler um Consuelo De Moraes und Mark Mescher von der ETH Zürich. Zwischen Blütenpflanzen und ihren Bestäubern besteht eine enge Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit: Die Insekten benötigen Nektar und Pollen der Blüten als Nahrung, die Pflanzen brauchen die Hilfe der Tiere bei der Befruchtung. Aktivität der Insekten und Blütenbildung müssen daher zeitlich abgestimmt sein. Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) kann schon ab Anfang März – aufgrund der Klimaerwärmung oft noch zeitiger – auf Nahrungssuche gehen. Doch dann gibt es meist noch zu wenig Pflanzen, die bereits Blüten gebildet haben.

Schon früher hatten Biologen Erdhummeln dabei beobachtet, wie sie kleine Löcher in Blätter unterschiedlicher nicht blühender Pflanzen beißen, ohne etwas zu fressen oder den Saft zu trinken oder danach Blattstücke ins Nest zu bringen. Die Forscher untersuchten nun einen möglichen Einfluss dieses Verhaltens auf den zeitlichen Verlauf der Blütenbildung bei Tomatenpflanzen und Schwarzem Senf (Brassica nigra). Dazu ließen sie die Hummeln einige Tage hungern und brachten sie dann so lange mit blütenlosen Pflanzen zusammen, bis fünf bis zehn Löcher in einem Blatt entstanden waren. Als Kontrollen dienten zum einen Pflanzen, denen die Wissenschaftler mit Pinzette und Rasierklinge ähnliche Blattverletzungen zufügten, und zum anderen unverletzte Pflanzen. Hatten Hummeln Löcher erzeugt, blühten die Tomaten 30 Tage und die Senfpflanzen 16 Tage früher als die unverletzten Kontrollen. Die mechanische Verletzung durch die Forscher hatte dagegen nur einen geringen Einfluss auf die Dauer der Blütenentwicklung.

Wie Labor- und Freilandversuche bestätigten, wurde das Verhalten der Hummeln durch einen Mangel an pollenhaltigen Blüten ausgelöst. Im Freien nestnah platzierte, nicht blühende Pflanzen sechs verschiedener Arten zeigten im März (das heißt bei wenigen Blüten anderer Pflanzen in der Umgebung) große Blattschäden. Diese wurden bis Ende April weniger und waren Mitte Juni (viele Blüten in der Umgebung) nur noch sehr schwach ausgeprägt. Pollen benötigen die Larven als Nahrung und die Arbeiterinnen als wichtige Proteinquelle. Offenbar veranlasst ein Pollenmangel die Hummeln dazu, Blätter anzubeißen, was die Blütenbildung beschleunigt und damit den Pollen schneller wieder verfügbar macht. Das gleiche Verhalten wie bei den Dunklen Erdhummeln beobachteten die Forscher auch bei zwei anderen Hummelarten, nicht aber bei der Honigbiene und der Gemeinen Furchenbiene (Lasioglossum calceatum).

Auf welche Weise das Anbeißen von Blättern die Entwicklung der Blüten beschleunigt, haben die Wissenschaftler nicht untersucht. Sie vermuten, dass das auslösende Signal nicht nur in der mechanischen Beschädigung besteht. Wahrscheinlich wird von den Insekten ein Wirkstoff in das Blatt abgegeben, der entsprechende Reaktionen in der Pflanze zur Folge hat. Ein solcher Wirkstoff wäre für den Anbau von Nutzpflanzen sehr nützlich. Die neuen Ergebnisse würden zudem bedeuten, dass sich Blütenpflanzen an die Klimaerwärmung anpassen könnten, indem das Verhalten der vorzeitig aktiven Bestäuber auch die Blütenbildung zeitlich vorverlegt.© Wissenschaft aktuell

Quelle„Bumble bees damage plant leaves and accelerate flower production when pollen is scarce“, Foteini G. Pashalidou et al.; Science, DOI: 10.1126/science.aay0496
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Blüten-Halo: Hummeln fliegen auf blaues Streulicht

CORONA-KRISE Zulassung von Alkohol aus Brennereien zur Flächendesinfektion

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Demnach dürfen nun auch Destillate und Rohalkohole für die Flächendesinfektion eingesetzt werden. Der Alkohol muss aber mindestens 80% vol haben und darf keine kanzerogenen Stoffe aufweisen.

Somit ist es Getreideabfindungsbrennereien möglich, zum Beispiel aus zugekauftem Getreide Rohalkohol außerhalb des Jahresbrennkontingents für die Herstellung von Flächendesinfektionsmitteln steuerfrei herzustellen. Für Obstabfindungsbrennereien bleibt das Rohstoffproblem, denn gerade gibt es in Deutschland kein preiswertes Obst, um daraus Destillate zur Weiterverarbeitung zu Desinfektionsmitteln zu gewinnen.

Die Allgemeinverfügung sowie eine Liste der kanzerogenen Stoffe sind unten angehängt. Mit dem Hinweis auf die gesundheitsgefährdenden Stoffen ist auch klargestellt, dass Vorläufe wegen des Acetaldehyds nicht zur Flächendesinfektion eingesetzt werden können und das Destillat definitiv nochmals unter Abtrennung von Vor- and Nachlauf auf mindestens 80 % vol destilliert werden muss. Ob sich dies finanziell lohnt, muss jeder Brenner selber entscheiden.

Diese Allgemeinverfügung tritt zum 30.09.2020 außer Kraft.

Eine Freigabe des Alkohols zur Handdesinfektion wird es nicht geben.

Zur Herstellung Berechtigte:

Von der Website des Zolls: “Seit dem 1. April 2020 können Abfindungsbrenner und Stoffbesitzer außerhalb ihres Kontingents Alkohol unter Steueraussetzung gewinnen und an Berechtigte zur Desinfektionsmittelherstellung abgeben. (…)

Berechtigt zur Herstellung von Desinfektionsmitteln aus unvergälltem Alkohol sind:

  • alle Apotheken (seit 17. März 2020)
  • alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts (seit 26. März 2020)

Die nach § 28 AlkStG erforderlichen Erlaubnisse gelten insoweit als erteilt (fiktive Erlaubnis).”

Meldung des Zolls

Alkoholismus-Prävention // Koma-Saufen nimmt ab

Laut einem im Oktober vorgelegten Bericht der Internationalen Allianz für verantwortungsbewusstes Trinken (IARD) sank der Anteil von übermäßigem Alkoholkonsum, das sogenannte Koma- Saufen, in den Jahren zwischen 2005 und 2016 in Europa um mehr als 25 Prozent. Diese Daten stimmen mit einem anderen positiven Trend überein. In einem vor einigen Wochen veröffentlichten Bericht wurde dargelegt, dass in in zwei Dritteln der 63 untersuchten Länder – einschließlich aller europäischen Länder – ein Rückgang des Alkoholkonsums bei Minderjährigen festgestellt werden konnte.

Gewinner der Made in GSA (Cocktailmixer)

Made in GSA. Dieser Cocktailwettbewerb steht für die Verwendung von Produkten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in kreativ gemixten Drinks

Die „Made in GSA“ Competition 2019 ist Geschichte. Am Ende gehen vier von fünf Preisen nach Wien. Mit dem charmanten Valentin Bernauer hat auch das dritte GSA-Land endlich seinen Gesamtsieger bei der wichtigsten unabhängigen Cock- tail-Competition des deutschsprachigen Raums.

Ein Finale voller Premieren. Nicht nur, dass die Made in GSA Competition 2019 erstmal in den Redaktionsräumen des MIXOLOGY-Magazins in Berlin stattfinden konnte, nein, es kommt noch besser: Noch nie konnte sich zuvor ein Österreicher (oder eine Österreicherin) im „Made in GSA“ Finale durchsetzen. Damit ist diesmal aber gleich doppelt Schluss, denn auf dem Siegertreppchen 2019 geben sich zwei Wiener und eine Lübeckerin den Shaker in die Hand:

-> Valentin Bernauer (Botanical Garden, Wien)
-> Natalie van Wyk (Dietrich’s, Lübeck)
-> Lukas Werle (Die Parfümerie, Wien).

Damit räumen also zwei Österreicher in der Gesamtwertung ab. Damit aber noch nicht genug, denn durch ihre Rezepturen sichern sich die beiden österreichischen Finalisten auch gleich die Prämien in beiden Sonderkategorien:

-> Sonderkategorie Whisk(e)y: Lukas Werle
-> Sonderkategorie Limonaden & Filler: Valentin Bernauer

Österreich dominiert

Somit wird Österreich gleich vier Preise über die Alpen tragen können!

Begrüßenswert natürlich auch, dass mit Natalie van Wyk aus Lübeck eine Bartenderin auf dem Siegertreppchen steht. Begrüßenswert noch dazu: Es gab elf neue Cocktailkreationen, die wir nun hoffentlich ab sofort auf den Karten der deutschsprachigen Länder genießen können.

Elf Finalisten waren in Berlin angetreten, um ihre Kreationen vorzustellen und bewerten zu lassen. Drei von ihnen haben den Sprung aufs Treppchen geschafft.

Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die Bestäubung von Erdbeeren auswirken.
Bienen und andere Insekten übernehmen mit ihren Blütenbesuchen eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft. Aufgrund ihres Angebots an Blütenpflanzen und Nistmöglichkeiten stellen Hecken und Waldränder wichtige Lebensräume für Bestäuber dar.
Dabei stellte sich heraus, dass sowohl das Gewicht als auch die Qualität der Erdbeerfrüchte gesteigert werden, wenn Erdbeerpflanzen an Hecken platziert sind. „Der Marktwert der Erdbeeren war mit 14,95 Euro pro 1.000 Früchte an den mit Waldrändern verbundenen Hecken am höchsten und nahm mit zunehmender Isolation deutlich ab“, erklärt der Agrarökologe
Dr. Ingo Grass. „1.000 Früchte, die in den Grasstreifen geerntet wurden, erzielten nur noch einen Marktwert von 9,27 Euro. Mit unserer Studie konnten wir eindrücklich zeigen, dass Hecken wichtige Lebensräume in der Agrarlandschaft sind, die die Verbindung zwischen Lebensräumen und angrenzenden Kulturpflanzen erhöhen können und somit auch zur Steigerung der Fruchtquantität und -qualität beitragen“, folgert
Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität an der Universität Göttingen.

 

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Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die

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Holzchips – oder nicht?

Bei Holzchips-Präparaten stellt sich schnell die Frage nach den Eigenschaften, also zum Beispiel die Ausprägung des Farbeffektes, den Anstieg an Phenolen und Gerbstoffen und damit

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Holzchips – oder nicht?

Bei Holzchips-Präparaten stellt sich schnell
die Frage nach den Eigenschaften, also
zum Beispiel die Ausprägung des Farbeffektes,
den Anstieg an Phenolen und Gerbstoffen
und damit den geschmacklichen
Effekt sowie die Einbindung des originären
Fruchtaromas in den Holzauszug.
 
Ein Blick auf die Entwicklung im Weinsektor in
den letzten zehn Jahren zeigt, dass dort
zwischenzeitlich eine Koexistenz beider
Verfahren etabliert wurde.
 
Entsprechende Produkte und Verfahren zeigen hohe
Verbreitung, was wiederum dazu führt, dass
zu vielen Holzchips-Produkten Begleitblätter
zu Anwendung und Dosierung in
Wein, doch leider nicht in Branntwein vorliegen.
Es müssen daher eigene Erfahrungswerte
gewonnen werden!
 
Ganz gleich, welche Anwendung man in
Betracht zieht: Eine Behandlung mit Holzchips
ist kein Ersatz für eine Holzfasslagerung.
Dessen sollte man sich bereits im
Vorfeld der Aktivitäten bewusst sein und
bleiben.
 
 

Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die

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Holzchips – oder nicht?

Bei Holzchips-Präparaten stellt sich schnell die Frage nach den Eigenschaften, also zum Beispiel die Ausprägung des Farbeffektes, den Anstieg an Phenolen und Gerbstoffen und damit

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Danke 2018!

Ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2019 wünschen wir euch allen.
 🥂🍀🍾🎆 Wir hoffen ihr hattet tolle Festtage mit euren Liebsten und seid gut ins neue Jahr gerutscht.
Für uns heißt es nach einigen Tagen Erholung nun wieder ran an die Arbeit.
Wir freuen uns auf das kommende Jahr mit euch und sind gespannt,
was das diesjährige Schnapsjahr so alles für uns bereit hält.
 #happynewyear#bille44#edelbrand#neuesjahrneuechancen#gindeslebens

 
 

Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die

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Holzchips – oder nicht?

Bei Holzchips-Präparaten stellt sich schnell die Frage nach den Eigenschaften, also zum Beispiel die Ausprägung des Farbeffektes, den Anstieg an Phenolen und Gerbstoffen und damit

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Streuobst 2019

Streuobst 2019

Der „Verein zur Erhaltung und Förderung alter Obstsorten“ setzt sich für die Erhaltung alter Obstsorten ein und unterstützt auch verschiedene Projekte zur Erhaltung der gefährdeten Streuobstwiesen. Die finanziellen Mittel dazu bekommt er unter anderem durch den Verkauf des bekannten Streuobstkalenders. Der Autor und Fotograf Walter Hartmann hat wieder viele wunderschöne, großformatige Bilder darin versammelt. Ein Augenschmaus, der unseren Streuobstwiesen hilft! Zu beziehen ist der Kalender zu einem Preis von 11 EUR plus Versandkosten über den Verein beziehungsweise die Manufaktur Jörg Geiger.www.manufaktur-joerg-geiger.de

Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die

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Zwetschgen-Mohn-Punsch

Zwetschgen-Mohn- Punsch

150 ml Zwetschgensaft 150 ml Dornfelder-Rotwein 70 g Waldhonig
1 EL gekochte Mohnpaste 7 cl Zwetschgenwasser
1 Msp Zimt
1 Sternanis
1 Msp Vanillezucker
1⁄2 TL Zitronenschale

Für den Zwetschgen-Mohn- Punsch lässt man den Honig mit dem Sternanis leicht karamellisieren und löscht sofort mit dem Zwetschgensaft und der Mohnpaste ab. Jetzt fügt man den Rotwein und die Zitronenschale hinzu. Der Sternanis wird entfernt und die restlichen Zutaten werden hinzugegeben. Je nach Mohnpaste muss man den Zuckerwert des Punsches anpassen, denn der Mohn lebt erst mit dem Zucker und der Zitronenschale so richtig auf.

 
 

Hecken für gute Erdbeeren

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Start der Brennsaison in Baden

Die Brennsaison für Baden wurde bei Anneliese und Fridolin Baumgartner in Vogtsburg-Oberbergen von Fritz Keller eröffnet. Mit regionaler Vermarktung und geografischen Ursprungsbezeichnungen soll die Vermarktung vorangetrieben werden.

„In der engen Verbindung von Gastronomie, Tourismus und Natur gehört der Edelbrand dazu.
Bewahrt diesen einmaligen Schatz“, sagte der international agierende Winzer, Gastronom und SC Freiburg-Präsident Fritz Keller aus Oberbergen. Seine Gäste und Geschäftspartner würden die hohe Qualität aus Baden sehr schätzen. „Diese Wertigkeit muss beim Verbraucher ankommen, verkauft euch nicht unter Wert“, so sein leidenschaftlicher Appell. Er sei stolz darauf, die Brennsaison eröffnen zu dürfen.

Neue Herausforderungen:

Der Verbandsvorsitzende Ulrich Müller berichtete von dem Jahr 2017 mit verfrorenen Weintrauben und dem Jahr 2018 mit großer Trockenheit, was den Brennern Sorgen bereite. Und doch seien die Brenner und Winzer die Architekten einer schönen Kulturlandschaft, die es zu erhalten gelte. Das erste Jahr nach dem Branntweinmonopol verlange viel Engagement von den Brennern. Nicht jedem liege die Vermarktung seiner Produkte. Müller plädierte für eine regionale Vermarktung und Gründung eines Schutzverbandes für geografische Angaben zur Lage des Edelbrandes, ähnlich dem Terroir bei den Weinen. Hier bat er um Hilfe beim Landwirtschaftsministerium. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Reinhold Pix pflichtete ihm bei. Die Verbraucher bräuchten ein Bild zum Produkt. Er berichtete, dass in Karlsruhe eine Stelle eingerichtet werde, mit der Aufgabe, den Verbänden bei der geografischen Ursprungsbezeichnung zu helfen. Ulrich Müller ergänzte, dass Prämierungen wie „Baden Best Spirits“ ebenfalls dazu dienen können sich zu profilieren. Weiter sollten Betriebe auch auf Messen präsent sein. Er dankte den Landfrauen, vertreten durch Marianne Wangler, für ihre Aufklärungsarbeit zu den heimischen Produkten: „Ihr seid das Gesicht der Betriebe, wir sind froh, dass wir euch haben.“ Der Verband will erreichen, dass in Zukunft Stoffbesitzer gemeinsam einschlagen dürften. So könne man eine bessere Qualität und Wirtschaftlichkeit erreichen. Weiter sollte geprüft werden, ob das Kontingent von 300 auf 500 Liter reinen Alkohol pro Jahr erhöht werden könne.
 
Bürgermeister Benjamin Bohn hat den Eindruck, dass sich immer mehr jüngere Menschen für das Brennen interessieren. Das Veredeln von regionalen Produkten sei für viele spannend. Abteilungspräsident Dieter Blaeß vom Regierungspräsidium berichtete, dass im kommenden Jahr 16 junge Brenner ihre Ausbildung zum Meister geschafft hätten. Eine gute Ausbildung sei der Garant für eine gute Qualität.
 
Kunden werden Botschafter:
 
„Der erste Brenntag am 2. Januar 1983 war mindestens genauso aufregend wie unser Hochzeitstag“, sagte Fridolin Baumgartner. Die ersten drei Jahre hatte er Trester gebrannt. Neben Kirschwasser noch immer sein Lieblingsbrand.
Nach und nach kaufte er Brennrechte hinzu und baute vor 30 Jahren Räume zu Ferienwohnungen aus. Diese sind neben der Brennerei und den Rebbergen die wichtigsten Einnahmequellen. Die Feriengäste wurden zu Kunden und Werbebotschaftern. Mit Fritz Keller hat Baumgartner einen echten Genießer als Kunden. Mit Fleiß, Zusammenhalt in der Familie und einer Leidenschaft für Brände kamen der Erfolg und prämierte neue Ideen wie etwa Wirblika, ein Wildrebenblütengeist.
Das Obst ist zum Teil selber erzeugt oder zugekauft. „Ich habe nie eingemaischtes Obst gekauft, sondern selbst geerntet“, sagt Baumgartner. Er sei auch schon viele Kilometer umsonst gefahren und habe Obst zurückgewiesen. Der Einsatz lohnt sich. „Deine Brände sind wirklich spitze“, lobte Fritz Keller.
 
 
 
Auszug aus der Kleinbrennereizeitschrift Nr. 12 Dez. 2018

Hecken für gute Erdbeeren

Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die

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Holzchips – oder nicht?

Bei Holzchips-Präparaten stellt sich schnell die Frage nach den Eigenschaften, also zum Beispiel die Ausprägung des Farbeffektes, den Anstieg an Phenolen und Gerbstoffen und damit

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